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DTM- Starterfeld mit Carrera 132

So gehts! Zwei (Serien) für alle

Es ist keine neue Erkenntnis: Mit einem serienmäßigen belassenen Slotcar mit Magnet hält sich der Spaß auf einer größeren Clubbahn häufig in Grenzen - jedenfalls auf die Dauer. Unabhängig vom Aufwand der notwendigen Optimierung bedarf es dazu auch einer gewissen Erfahrung, die man sich naturgemäß erst aneignen muß. Dementsprechend groß ist die Hürde, wenn es darum geht Neueinsteiger oder Gelegenheitsfahrer an eine Clubanlage heranzuführen.

Diese Überlegung stellten im Herbst 2008 auch die Mitglieder der slot-connection im Nürnberger Land an. Mann kann vorwegnehmen: Sie erreichten ihr Ziel, die Erwartungen wurden sogar übertroffen.

Das Ergebnis der Ideenfindung war eine Rennserie mit 1:32 Wagen, die sowohl alte Hasen als auch die erwähnten neuen Zielgruppen ansprechen sollte. Als Basisfahrzeuge wurden die DTM-Renner aus der Carrera Evolution Serie der Bau- jahre 2005 und 2006 ausgewählt. Sie boten einen guten Kompromiß aus optischer Vielfalt, Robustheit und Gleich- wertigkeit. Als Besonderheit wurden 30 Fahrzeuge, je 25 Audi A4 und AMG-Mercedes C-Klasse, vom Club beschafft, vorbereitet und den Fahrern vor jedem Wertungslauf zugelost. Die an den Fahrzeugen vorgenommen Änderungen blieben überschaubar. Obligatorische war das Entfernen aller Haftmagnete sowie das Austrimmen mit Gewichten. Ebenso wurden sämtliche Hinterreifen verklebt und geschliffen. Die Beleuchtungen einschließlich der zugehörigen Platine entfielen bei diesen 1:32er Wagen ebenfalls. Daher konnten die Motoren unmittelbar mit den Schleifern Verbunden werden.

Um das Gewicht zu senken, Tiefgezogene Fahrerinletts.

Anstelle der originalen Fahrereinsätze erhielten die Wagen Lexaninletts, welche in Kleinauflage eigens für diese Serie angefertigt wurden. Die darauf befestigten Teile, Überroll- bügel, Fahrerfigur und Lenkrad, stammen aber von den originalen Cockpits. Durch diesen Umbau waren die Wagen absolut clubtauglich geworden - flott in den Rundenzeiten und gutmütig im Fahrverhalten bei einer Bahnspannung von 12 Volt. Die Optimierung der Gewichtsverteilung brachte den entscheidenden Schub nach vorne.

Bereits beim Wertungslauf der Carrera-Clubzone im Oktober 2008 wurde erstmals öffentlich für diese neue Rennserie geworben. Der von Carrera in in den Clubräumlichkeiten ausgerichtete Wettbewerb bot dazu eine ideale Gelegenheit. Zum Saisonstart im Januar 2009 lagen dann schon 28 Anmeldungen vor. Im weitern Jahresverlauf wuchs der Fahrerpool auf 67 Starter an, darunter sogar gut ein Drittel Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, die separat gewertet wurden. Zudem konnten sechs Damen begrüßt werden. Die insgesamt zwölf Wertungsläufe der DTM-Serie fanden jeweils am ersten Freitag eines Monats statt.

Abgesehen von der Tatsache, dass Fahrzeuge und Regler vom Club gestellt wurden, fanden die Rennen sonst nach clubüblichen Gepflogenheiten statt: Jeder Fahrer musste auf allen sechs Fahrspuren antreten, jeweils 5 Minuten pro Spur. Die Spurwechsel erfolgten im üblichen 1-3-5-6-4-2-Prinzip, also ungerade Zahlen aufwärts, gerade abwärts.

Jeder Teilnehmer hatte vier Streichergebnisse, um krankheits- oder urlaubsbedingte Abwesenheiten auszu- gleichen. 5 EUR Startgeld erschienen moderat, um hieraus auch die Sachpreise zu finanzieren. Um einen der Gesamtpreise zu erhalten, musste man zumindest bei acht Läufen teilnehmen.

Wenig Aufwand und man bringt die Wagen schön zum Laufen

Im Fazit sprechen die Teilnehmerzahlen schon für sich. Der Zuspruch hat die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Gleichermaßen haben die 1:32er Modelle die zurückliegende Saison gut überstanden. Außer dem üblichen Verschleiß an Schleifern und Reifen waren keinerlei technische Defekte zu beklagen. So steht der Fortsetzung dieser Serie in 2010 mit denselben Fahrzeugen nichts im Weg. Mit Ausnahme von zwei Rennen finden die Läufe zu dieser  1:32er DTM regelmäßig am ersten Freitag eines Monats statt, was den Vorstellungen vieler Teilnehmer entgegenkommt – ein guter Start in ein freies Wochenende. Unterstützt wird die DTM-Serie durch Firma Stadlbauer Marketing + Vertriebs GmbH, die hierfür Sachpreise zu Verfügung stellt.

 

Die weitere Carrera 124 GT Serie

Doch inzwischen ist diese 1:32er DTM nicht mehr die einzige Serie der Franken mit seriennahen Fahrzeugen. In der abgelaufen Saison entstand bei einigen Teilnehmern vielmehr der Wunsch, ein ähn- liches Championat auch mit „großen“ Autos in 1:24 zu realisieren. Letztlich rannten sie damit offene Türen ein. Daher war solch eine Serie für das Jahr 2010 schnell beschlossen. Bei den zulässigen Fahrzeugen fiel die Wahl auf moderne GTs aus dem Carrera DIGITAL 124 und – Carrera Exclusiv Sortiment: Ferrari 575, Corvette C6R und Aston Martin DBR9.

Diese Modelle bieten Gleichwertigkeit im Aufbau und Fahr- verhalten, außerdem aber ausreichend Designvarianten für ein farblich abwechslungsreiches Starterfeld. Im Fall Corvette C6R ließ Carrera sogar Rohkarossen produzieren, die sich einfach individuell gestalten lassen.

Ferrari 575 mit Metallschwingarm der IG slot-connection

Wie in der erfolgreichen „kleinen“ DTM-Serie sollten bei den großen Wagen die Änderungen finanziell wie auch vom Arbeitsaufwand her überschaubar bleiben. Als größtes Manko aktueller 1:24 Modelle von Carrera erwies sich der kleine Drehwinkel des Leitkiels. Schon geringe Fahrfehler werden oft nicht verziehen, sondern führen vorschnell zum Herausspringen eines Wagens aus dem Bahnschlitz, wenn der Leitkiel anschlägt. Eventuell entstehen auch Schäden am Material. Eine per „plug & play“ installierbare Neukonstrukti- on sollte nach Vorstellungen der Organisatoren aber Abhilfe schaffen. Skizzen und Konstruktionszeichnungen erstellten Thomas Lange und Clubmietglied Mathias Weller. Für den Prototypenbau und die spätere Produktion wurde Hans Brehm gewonnen. So entstand auch eine Kleinserie von Schwingarmen aus Metall, die man ohne großen Aufwand in die Chassis einbauen kann. Außerdem wurde bei allen vorgesehenen 1:24 Fahrzeugen die Druckfeder der Vorderachse entfernt und diese ohne jegliches Penedelspiel wieder montiert. Neben dem verbesserten Fahrverhalten kommt diese Änderung auch der Optik zugute.

Die 1:24er Tuningteile

Alle weiteren Maßnahmen beim Präparieren der größeren Wagen entsprachen dem für eine Clubserie üblichen Rahmen und bestanden aus dem Entfernen der Haftmagneten, Aus- bau der Beleuchtungsschaltung und dem Verkleben der sowie Schleifen der Reifen. Gleichermaßen wurden die Vorderräder geschmälert und hinten originale Tuningreifen von Carrera aufgezogen. Auf zusätzliche Trimmgewichte konnte in dem Fall jedoch verzichtet werden, da die Wagen schon serienmäßig genug Eigengewicht aufweisen. Für einen späteren Zeitpunkt ist geplant, sie unter Gebrauch der originalen Beleuchtungsplatine zusätzlich mit Goldcaps für eine Konstantlicht auszurüsten. Der Auftakt für diese neue Serie steht bereits am 22. Januar 2010 an. 34 Fahrer haben sich hierfür bisher eingeschrieben. In Anlehnung an die 1:32er DTM finden auch die 1:24er Rennen mit Ausnahme des Finales freitags statt, nämlich jeweils am dritten Freitag eines Monats. Wegen der Bewährtheit hat man sämtliche übrigen Modalitäten – Wertungen, Startgeld und Rennablauf – ebenfalls von den „kleinen“ DTM-Serie übernommen.

Januar 2010 car on line Thomas Lange/Christian Andersch